Senioren-WM in Stockholm

Von einer aufregenden Senioren-Weltmeisterschaft in der schwedischen Hauptstadt bin ich heil wieder in Moorrege gelandet.

Aus verschiedenen Gründen, vor allem aber wegen des Zustandekommens meiner Doppelpaarung mit dem Chinesen Fa Huang, war es mein bisher aufregendster internationaler Auftritt (nach den WM 1988 in Zagreb und 1996 in Lillehammer sowie sieben Europameisterschaften). Stand bisher meistens die Teilnahme, das Aufeinandertreffen mit Aktiven im Alter von 40 bis weit über 90 und hin und wieder ein namhafter Gegner im Mittelpunkt, so standen diese Titelkämpfe vor allem dank der Chinesin Fei Huang unter einem ganz anderen Stern. Sie hatte mich per Mail mit ihrem Vater Fa in Verbindung gebracht und auch noch gleich ein Vorbereitungstraining in der Halle des ruhmreichen Kieler TTK Grün-Weiß arrangiert. Dieses kleine Energiebündel spielte dann auch während der Spiele und darüber hinaus als Dolmetscherin eine wichtige Rolle, denn Fa verfügt über keine Deutsch- und nur geringe Englisch-Kenntnisse.
Trotz dieser Verständigungs-Probleme klappte es zwischen uns ausgezeichnet, notfalls mit Händen und Füßen. In der Vorrundengruppe schlugen wir die Gegner aus Schweden, Japan und Deutschland mehr oder weniger souverän und zogen als Gruppensieger mit 3:0 Spielen und 9:4 Sätzen in die Hauptrunde ein. Nach einem Freilos scheiterten wir mit 0:3 an einem tschechischen Doppel, das dann allerdings auch Vize-Weltmeister in der Klasse 65 und älter wurde. Einer der beiden Rivalen holte sich dazu noch den 2. Platz im Einzel. Es war also keine Schande, gegen derart hochklassige Gegner auszuscheiden.
Im Einzel musste ich das Handicap ertragen, dass mein Gepäck zu den Gruppenspielen noch nicht eingetroffen war (Danke, KLM!). Mit eiligst gekauftem Dress, geliehenem Schläger von Carmen Petry aus Elpersbüttel in Dithmarschen und dazu barfuß schlug ich meine Gegner Lazarev (USA), Säfwenberg (Schweden) und Pyatakov (Russland) und qualifizierte mich mit 9:2 Sätzen für die Hauptrunde. Als Gruppensieger hatte ich erst einmal ein Freilos. Dann kam jedoch mit 1:3 das Aus gegen Lars Strengnell, einen schwedischen Linkshänder. Hätte ich den dritten Satz (11:13) gewonnen...
Zweimal Hauptrunde - was wollte ich mehr. Der nächste Anlauf gilt der EM im nächsten Jahr in Bremen. Vielleicht haben dann ja noch ein paar weitere MSVer Lust auf eine Teilnahme.

von Uwe Mahnke am 09.07.2012 um 14:44 Uhr
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Kommentare

1
lars
09.07.2012, 19:37 Uhr
spannend ! Wenn ich nächstes Jahr noch in Bremen bin, feuer ich euch an!!!

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